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ihnen vertraute ſie ſich an, und ſie halfen ihr die Rolle einer franzoͤſiſchen Officiersfrau ſo gluͤcklich ausfuͤhren, daß ihr Mann in einem der naͤchſten Gefechte fiel, und ſie als Witwe in Mitau zuruͤckblieb. Nur ein kleiner Umſtand ward gleich bei ihrer Ankunft geaͤndert: ſie ward wieder eine Deutſche, die aber einen franzoͤſiſchen Krieger geheirathet hatte, und Florentin, den einzigen Zeugen ihres Franzoſenthums, ſendete man vor dieſer Verwandlung reich beſchenkt auf den Weg nach ſeinem Vaterlande zuruͤck.
Alwina hatte ſich in Brand's Hauſe— ſo hieß der Gatte ihrer Freundin— bald einen Kreis huͤlfreicher Thaͤtigkeit geſchaffe. Das bald nach ihrer Ankunft erfolgende Kindbett der jungen Gattin gab ihr die guͤn⸗ ſtigſte Gelegenheit dazu, und in den vertraulichen Ge⸗ ſpraͤchen, welche in dieſer Zeit gluͤcklicher Einſamkeit fuͤr junge Gatten mit der Freundin gepflogen wurden, bil⸗ dete ſie den Plan aus, ihrem kuͤnftigen Leben durch ein Erziehungsgeſchaͤft Werth und Zweck zu geben. Mit Bang⸗ igkeit dachte Alwina, daß ſie auch hier das Vorurtheil zu bekaͤmpfen haben wuͤrde, das ihre Geſichtsbildung ihr allenthalben erregte, allein ſie war jetzt von falſchen Anſpruͤchen geheilt und hoffte zuverſichtlich, dieſes Vor⸗ urtheil allein zu uͤberwinden. Ihr Glaube betrog ſie nicht. Sie hatte wenige Monate bei ihrer Freundin gelebt, als der Kreis ihrer Familie und Bekannten ihr zugethan war, und was ſie behutſam einzuleiten wuͤnſchte, ward ihr dringend vorgeſchlagen— manche wackere Mutter bat ſie, ihre Talente zum Unterrichte ihrer Toch⸗ ter zu verwenden. Alwina waͤre nun mit ihrem Schick⸗


