Teil eines Werkes 
5. Th. (1833)
Entstehung
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ihre Zuflucht zu nehmen, war ihr Plan bei ihrer Ent⸗ weichung geweſen, und die Erlangung der franzoͤſiſchen Paͤſſe erleichterte ihr deſſen Ausfuͤhrung. Sie hatte in Kaſſel einen verſtuͤmmelten franzoͤſiſchen Soldaten als Bedienten angenommen, der in den vielfaͤltigen deut⸗ ſchen Feldzuͤgen die Sprache hinlaͤnglich gelernt hatte, um ihr allen Verkehr auf der Reiſe zu erſparen, und ungeachtet ihm nur ein Arm zum Gebrauche geblieben war, verſah er ſeinen Dienſt mit Eifer und Geſchick. Oft mußte Alwina, die ihre Rolle als Franzoͤſin, um jeder Entdeckung zuvorzukommen, beharrlich fortſetzte, wehmuͤthig laͤcheln, wenn Florentin den rohen Spott mancher Poſthalter oder Wirthe uͤber diehaͤßliche Fran⸗ zoͤſin mit dem ritterthuͤmlichen Weſen ſeiner Nation, dem Stolze des alten Kriegers und dem Zorne ſeines rechtlichen Gemuͤths zuruͤckwies. Oft that Alwina, als wenn ſie die Beziehung ſeines Streites nicht verſtaͤnde; als ſie aber endlich einmal fragte, warum er ſich in Haͤndel einließ, ſagte er mit heftigem Unwillen: Gnaͤ⸗ dige Frau, das ſind Barbaren, die weder Sinn fuͤr Ehre noch Achtung fuͤr Ungluͤck haben. Aber wenn ſie Euch mishandelten, koͤnnte ich ja verlaſſen zuruͤckbleiben. Bei Gott, gnaͤdige Frau, ich denke, ſie wuͤrden Ihnen Ehrerbietung erzeigen, wenn ſie ſaͤhen, daß ich mein Blut fuͤr ſie vergoſſen haͤtte. Alwina laͤchelte und ſetzte mit ihrem verſtuͤmmelten Begleiter ihren Weg fort.

In Mitau fand ſie ihre Freundin ganz ſo liebevoll, wie ſie ſich in fruͤhern Zeiten geaͤußert, ganz ſo gluͤck⸗ lich, wie ſie ſich ſelbſt geſchildert hatte. Sie fand in ihrem Gattin einen Mann von edelm, feſtem Sinne;