Teil eines Werkes 
5. Th. (1833)
Entstehung
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erſchuͤttert hatten, war ihr in jenem unſeligen Moment, wo ſie ihre Geſtalt neben der Gruppe von Sara und ihrem Geliebten im Spiegel erblickte, die Unmoͤglichkeit, in ihrer Lage zu verharren, unwiderleglich vor Augen getreten. Mit einer Heftigkeit, bei der ſie ihre Ver⸗ nunft nicht mehr zu Rathe ziehen wollte, ergriff ſie die Mittel zur Flucht und fuͤhrte ſie mit dem guͤnſtig⸗ ſten Gluͤck aus. Ein armer Handelsjude, dem ſie oft Wohlthaten erzeugt hatte, kam, wie ſie uͤber ihrem Anſchlag nachſann, ihr Waaren zu bieten. Schnell war ihr Entſchluß gefaßt. Sie befahl ihm, ſie den Abend nach der Trauung beim Ausgange eines Luſthoͤlz⸗ chens zu erwarten. Die Gaffer und Muͤßiggaͤnger wa⸗ ren um das Wirthshaus verſammelt, wo Alwina wohl bedacht allen Dorfbewohnern, zu Ehren ihrer Hochzeit, Speiſe und Tanzmuſik hatte bereiten laſſen. Sie gab dem Juden einen Pack mit Kleidungsſtuͤcken zu tragen, den ſie abſichtlich groß gemacht hatte, um das darin verpackte Geld zu verbergen. Sie ſelbſt trug ein klei⸗ neres mit ihrem Schmuck. Bis Geißenheim ging ſie zu Fuß, dort nahm ſie einen Kahn und befahl dem Juden, dem Schiffer zu ſagen, er eile mit ſeiner Schweſter, ſeine ſterbende Mutter in Coblenz zu ſehen, und werde ihm vieles Geld geben, wenn er ihn fruͤh genug hinunterbraͤchte, um ſie noch zu einem Teſtament zu bereden. Der Schiffer kannte den Handelsjuden, ſeine Eile und das Verſprechen einer großen Belohnung war natuͤrlich, auch Alwinens Verhuͤllung befremdete ihn nicht. Er hatte oft gehoͤrt, daß die Juͤdinnen bei großer Trauer ihr Antlitz bedeckten. Er ſtach mit ſei⸗ 4 25*