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oft gewagt hatten, in der Naͤhe von Menſchen Unter⸗ kommen zu ſuchen, war Alphons der eifrigſte, Schnee aufzuthuͤrmen, um einen ſeiner ungluͤcklichen Gefaͤhrten, den der Fieberfroſt ſchuͤttelte, vor dem andringenden Nordoſtwind zu ſchuͤtzen, der feuchte Nebel herantrieb. Er ſelbſt war erſchoͤpft. Vom Schweiße der Anſtren⸗ gung bei der Arbeit durchnaͤßt, legte er ſich dicht neben den Fieberkranken nieder, ſein Haupt auf deſſen bebende Bruſt, um ihn nothduͤrftig zu waͤrmen. Der Kranke entſchliff den Qualen des Lebens, denn dieſer Froſt war ſein letztes Weh. Alphons erwachte bei dem Ge⸗ raͤuſch ſeiner Gefaͤhrten, die der Anbruch des Tages wie geſcheuchtes Wild zur Flucht trieb; ſchmerzvoll hob er ſein ſchweres Haupt von der ſtarren Bruſt des Tod⸗ ten und ermahnte die Seinen, doch in dieſem durchſchnit⸗ tenen Lande den Weg nicht im Dunkel der Nacht zu beginnen. Seine Leidensbruͤder deuteten nach Oſten, wo eine gluͤhende Morgenroͤthe durch die blaͤulichen Ne⸗ bel drang.— Ach! Alphons ſah keine Morgenroͤthe mehr. Die Kaͤlte der Nacht und des Todten, auf dem er geruht, hatte ſeine Augen geſchlagen, ſie ſahen kein Licht mehr. Er wollte bleiben und ſterben; denn um ein Leben des Elends, wie nun vor ihm lag, zu bangen, ſchien ihm Flucht ein zu theurer Preis; allein eben der Anblick ſeines Ungluͤcks belebte die Kraft ſeiner Gefaͤhrten; ſie uͤberwaͤltigten den ſich zur Wehr ſetzen⸗ den Blinden, ſie fuͤhrten ihn fort, ſie pflegten ihn, und er erwarb ihnen Barmherzigkeit, wo ſie ſich Menſchen zu nahen wagten, und ſo ſchleppten ſie ihr troſtloſes Daſein bis nach Mitau. Dieſer Ort hat zu viel von


