Teil eines Werkes 
5. Th. (1833)
Entstehung
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ſucheſt, Du findeſt mich nicht. Die Zeit, wo die Ge⸗ ſetze Dich von einer boͤslich entwichenen Gattin trennen moͤgen, iſt nicht fern; Du wirſt Deine Freiheit fruͤher als die Heilung Deines Herzens erlangen, denn ich weiß, daß dieſes tief verwundet ſein wird und Du haſt Recht dazu; denn der Schmerz, Dich zu verlaſſen, kann nur der, um Dich zu leben, uͤbertreffen, und das empfindeſt Du auch.

Dieſer Brief war als Frau unterſchrieben.

Alphons ſammelte alle Wahrſcheinlichkeiten, alle Moͤg⸗ lichkeiten, um den Weg aufzuſpuͤren, den ſie genommen hatte; eine entſchiedene Vorliebe fuͤr den ſuͤdlichen Him⸗ mel, mehre Außerungen, die ſie bei dem Leſen einer Reiſebeſchreibung nach Languedoc und Bayonne gemacht, ihre Fertigkeit in der franzoͤſiſchen Sprache floͤßten ihm die überzeugung ein, daß ſie ihren Weg nach Frankreich genommen habe. Er eilte nach Koblenz. Da ſie keine Wechſel gehabt, ſondern ſich mit baarem Geld hatte beladen muͤſſen, vermuthete er, daß ſie hier bei irgend einem Bankier angeſprochen habe, um derglei⸗ chen zu kaufen. Wirklich fand er auch ein anſehnliches uͤdiſches Haus, das ihm in ſeinen Buͤchern zeigte, wie vor 24 Stunden eine junge verſchleierte Dame, die ſich Beſitzerin von Ellerbach bei Ellfeld im Rheingau unterſchrieben, ſehr große Wechſel, fuͤr Lyon zahlbar, eingehandelt habe. Alphons laͤchelte wehmuͤthig uͤber die Unvorſichtigkeit ſeiner armen Freundin und eilte ihr nach Lyon nach. Obſchon ſie nur 24 Stunden Vor⸗ ſprung hatte, fand er nirgend von ihr eine Spur; auch der Lyoner Bankier hatte nichts von den bezeichneten