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denſchaften hatten ihn zu Irrthuͤmern verfuͤhrt, er wollte deshalb der Vernunft die Herrſchaft nie mehr entziehen laſſen. Antonie war eines der weiblichen Weſen, die jede gute Regung zur Pflicht ſtempeln, und ſich damit aller freien Bewegung im Reiche des ſittlich Schoͤnen berauben. Das Rechtthun behandeln ſie wie eine Ta⸗ gesarbeit, und ihr Bewußtſein richtet ihre guten Tha⸗ ten immer als Trophaͤe auf. Sie ſehen deshalb auch das ganze Leben fuͤr eine Geſetzeserfuͤllung an, und fuͤh⸗ len jedes ihnen gethane, wirkliche oder eingebildete Un⸗ recht wie ein Maͤrtyrerthum, fuͤr das ſie unbedenklich eine himmliſche Krone in Anſpruch nehmen wuͤrden, wenn die Demuth nicht wieder eine Pflicht waͤre. Sol⸗ che Geſchoͤpfe kommen nie zu Athem, ſtets uͤberzeugt, ſich fuͤr andre und der Pflicht gemaͤß abzumuͤhen, und im Grund nur der Selbſtſucht nachgehend, weil ſie die Tugend zur Selbſtſucht gemacht haben, erſtirbt noch die letzte weiche Faſer ihres Herzens in dem Anblick des Erſtaunens, das ihre eiſige Naͤhe verbreitet, und von ihnen als Undankbarkeit gefuͤhlt wird. Ein Mann von Heinrichs Phantaſie und Reizbarkeit, ließ ihn nie zum Menſchenkenner werden, ihm erſchien Antonie lange eine in Hingebung lebende Gattin, welches ſie ihm auch war, und er hatte nicht Zeit, uͤber die Entdeckung, daß ſie keine geiſtreiche Freundin war, nachzugruͤbeln, da in den erſten Jahren ſeiner Ehe ſein Schwiegervater, deſ⸗ ſen Haus die pflichterfuͤllte Tochter nicht hatte verlaſſen wollen, ſeine haͤusliche Geſellſchaft theilte, und nach deſſen Tode Dina, die einzige Frucht ſeiner Ehe, eben ins zehnte Jahr getreten, deren Geiſtesbildung er nun 2*


