Teil eines Werkes 
5. Th. (1833)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

ſich erinnerte, wie beharrlich, wie zwiefach er einſt dieſe Freuden zerſtoͤrt hatte.

Heeinrich war ein wohlerhaltener Vierundvierziger, als er zu einem reichen Kaufmann gerufen ward. Sein Ruf als Arzt war jetzt ſo begruͤndet, daß man ihm, wohin er trat, als Retter empfing, weshalb ihn An⸗ tonie, des Kranken einzige Tochter, auch ſo aufnahm. Heinrich geſtand, daß nur eine gewagte Operation ihren Vater retten koͤnne; dieſer, ſich gleich einem Sterbenden betrachtend, entſchloß ſich dazu, und Heinrich war Zeuge eines ruͤhrenden Abſchieds zwiſchen Vater und Tochter, durch welchen der Arzt erfuhr, wie vor einigen Jahren Antonie einer jugendlichen Leidenſchaft entſagte, um ungetheilt ſich des Vaters Pflege widmen zu koͤnnen. Heinrich heftete mit Bewunderung ſeine Blicke auf die in reifer Schoͤnheit prangende Geſtalt der pflichterfuͤll⸗ ten Tochter, ihr Gebet ſegnete die Hand, die Ope⸗ ration gab dem Kranken das Leben zuruͤck, und Hein⸗ richs geſchickte Behandlung ſicherte ihm Geſundheit zu. Antonie verehrte ihn wie einen Schutzgeiſt, und bald wagte Heinrich nochmals auf Gluͤck des Herzens auszu⸗ gehen, er ward Antoniens Gemahl.

Seit Frank Europa verließ, waren nun zwanzig Jahre vergangen, ſeine Erfahrungen waren ihm wie es thaͤtig im Leben fortſchreitenden Menſchen nothwen⸗ dig gehen muß, bis eine ihnen analoge Gegenwart ſie wieder, als ſelbſt erlebt, ihnen ins Gedaͤchtniß ruft zu hiſtoriſchen Thatſachen geworden, und er wollte ſie zu Grundſaͤtzen benuzen. Wankelmuth und Leicht⸗ ſinn hatten ihn zu Fehltritten verleitet, heftige Lei⸗