14
ja als Arzt der kleinen Liddy erwarb er ſich Anſpruͤche an ihre Dankbarkeit, auch bildete Mr. Ned ſeine guten Anlagen zuſehends aus. Konrads Ermahnung ruͤckſicht⸗ lich Jennys war nicht nothwendig, da der Widerſpruchs⸗ geiſt ſeines Charakters ihn gegen eine kindiſche Nei⸗ gung, welche das junge Maͤdchen gegen ihn gefaßt hatte, ſchuͤzte. Das Herz, das ſich ihm anbot, hatte keinen Reiz fuͤr ihn;z er ward ihr Mentor, und ſie zog bald einen jungen Irlaͤnder vor, der mit echt engliſchen Be⸗ denklichkeiten neben ihr ritt, mit ihr tanzte und ihr die Herrſchaft ſeiner uralten Burgveſte in der Grafſchaft Kilkeny anbot. Burtons waren nun bereit, nachdem ſie das ganze ſuͤdliche Europa durchwandert hatten, nach ihrer Inſel zuruͤckzukehren; die bezeichneten drei Jahre waren noch nicht verfloſſen, und die ganze Familie bat Heinrich, ſie nach England zu begleiten. Nichts konnte ihm, der um ſeine Zukunft ſtets unbeſorgt war, er⸗ wuͤnſchter ſein; denn die Kenntniß Englands vermehrte noch ſeine Mittel, dieſelbe zu ſichern. Burtons bega⸗ ben ſich gleich bei ihrer Ankunft in ihr Vaterland zu einer Verwandtin, der ſie ihre zweite Tochter von Kind⸗ heit an als Pflegkind und einſtige Erbin uͤberlaſſen hat⸗ ten; Julia erhielt Erlaubniß, die langentbehrten Altern auf einige Wochen zu beſuchen und Heinrich vergaß neben ihr, daß ſein Ausſpruch:„das waͤre eine Nieder⸗ traͤchtigkeit,“ ſich ſowol auf ſie als Jenny anwenden ließ. Sein heftiges Erfaſſen und ſein wandelbarer Wille hatten bisher noch nie Liebe zum Gegenſtand gehabt, jetzt beſtaͤtigte er die oft gemachte Bemerkung, daß dieſe Leidenſchaft, wenn ſie zum erſten Mal in dem Alter ein


