Teil eines Werkes 
5. Th. (1833)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

mit. Alles, was gewiſſenhafte Einſicht der Pflicht, was Mitleid mit dem Gram eines Vaterherzens eingeben kann, wendete Konrad an, ſeinen Freund zu einer neuen Anſtrengung zu vermoͤgen. Umſonſt! Heinrich be⸗ harrte ſtarrſinnig, ſich nun als einen verlorenen Sohn zu betrachten. Nur um Aufſchub bat jetzt der treue Freund; und um ihn von den ihn verfolgenden Gedan⸗ ken zu zerſtreuen, fuͤhrte er ihn in einen Garten, wo ſie eine engliſche Familie trafen, die auf einer Reiſe auf dem Feſtland begriffen war. Die juͤngſte ihrer Toͤchter war im Gaſthofe ploͤtzlich von convulſiviſchen Zufaͤllen uͤberraſcht worden; Konrad befand ſich eben daſelbſt am Mittagstiſch, man rief ihn zu Huͤlfe, und ſein Betragen als Arzt und Menſch hatte ihm das Vertrauen und die Achtung der ganzen Familie erworben. Heinrich, der glaͤnzende Eigenſchaften hatte und durch ſeine jetzige Lage ernſter als gewoͤhnlich geſtimmt war, gefiel den britiſchen Leuten, die außerdem ſelten Menſchen finden, die ſich der Muͤhſeligkeit, ihre Sprache zu welſchen, ausſetzen moͤgen, ſodaß der Beſuch lang und angenehm ward. Den folgenden Abend kam Konrad mitaͤngſtli⸗ cher Haſt und dennoch durchſchimmernder Freude zu Hein⸗ rich, der den ſchickſalsvollen Brief an ſeinen armen Va⸗ ter eben beendigt hatte und kaum uͤber ſich vermochte, denſelben, ſeinem Konrad gethanen Verſprechen gemaͤß, erſt morgen abgehen zu laſſen. Frank, fing der eintre⸗ tende Freund an, ich biete Dir ein Mittel an, Deinen Entſchluß auszufuͤhren und den Kummer deines Vaters weniger druͤckend zu machen. Burtons(ſo hieß die engliſche Familie) fuͤhlen das Hinderniß, ohne Kennt⸗