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beſtimmt widmen ſoll, und ſein Vater ſeinem Zuſchnitt nach erwartete, daß ſich ſein Sohn dem adminiſtrativen
Fache widmen ſolle, zeigte ſich, daß Heinrich ein entſchied⸗
nes Misfallen an dieſen Studien empfand, und Spra⸗ chen, Dichtkunſt und Geſchichte zu ſeiner Lieblingsbeſchaͤf⸗ tigung gemacht hatte. Sehr entruͤſtet bewies ihm der Vater, daß ſein Vermoͤgen nicht ausreiche, um ihm eine poetiſche Muße zu verſchaffen, ſondern daß ihm das Studium der ſchoͤnen Wiſſenſchaften nur dann erlaubt ſein koͤnnte, wenn er ſich einem Lehrſtuhl in dieſem Fache zu widmen gedaͤchte. Heinrich verſprach dieſes; als aber die Haͤlfte ſeiner Univerſitaͤtsjahre verfloſſen war, bat er den Vater, ihn ſeines Verſprechens zu ent⸗ laſſen, indem er ſich mit Unrecht eine hinlaͤngliche Be⸗ harrlichkeit im Sprachſtudium zugetraut habe, er glaube, ſeine ganze Anlage berufe ihn zur Naturgeſchichte und vielleicht auch zur praktiſchen Arzneikunde.
Heinrichs Vater war jetzt alt, er hatte einſt ein ſchoͤnes poetiſches Talent der Pflicht, einer betagten Mut⸗ ter Unterſtuͤtzung zu verſchaffen, aufgeopfert, hatte fruͤh als Advocat gearbeitet, der Mutter zu Liebe ſpaͤt gehei⸗ rathet, und noch jetzt bei grauem Haar erwaͤrmte ſich ſein Herz bei dem Geſange der Muſen. Darum hatte er Heinrichs Wuͤnſchen nachgegeben: er wußte, wie weh das Opfer einer Geiſtesneigung thut; doch jetzt ent⸗ brannte ſein Unwille, er machte ſeinem Sohne die Be⸗ dingung, innerhalb drei Jahren ſich als Arzt den Doc⸗ torhut zu erwerben, im entgegengeſetzten Falle wuͤrde er ihm nach deren Verfluß ſeine finanzielle Unterſtuͤtzung entziehen. Die Mutter weinte und ſammelte heimlich


