Teil eines Werkes 
5. Th. (1833)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Aℳ

9

keines; aber immer zahlreicher ſtiegen bei ihrem An⸗ ſchauen, bei dem heitern Treiben der Kinder, dem mil⸗ den, herzlichen Ernſt des Vaters, Erinnerungen an den Freund in ihm auf, den er allein wiederzufinden ge⸗ wuͤnſcht haͤtte, deſſen Aufenthalt aber, wenn er noch leben ſollte, noch von hier fern war. Die Kinder wur⸗ den nach einem fruͤh genoſſenen, einfachen Abendbrot zu Bett geſchickt, und von ihrem Abſchied, der fromme Liebe und kindlichen Gehorſam ſo deutlich ausſprach, von neuem ergriffen, brach Frank in die Worte aus:O erhalten Sie dieſen Geiſt des Gehorſams und der Liebe! Es iſt der einzige, welcher die Segensverheißung der Schrift an den Kindern in Erfuͤllung bringt. Frau Willmer ſah ihren Gatten mit ausdrucksvollem Laͤcheln an, reichte ihm ihre Hand und ſagte: So haben wir's erfahren und hoffen auf unſere Kinder die Frucht die⸗ ſer Erfahrung fortzupflanzen. Jetzt fiel Frank die Äuße⸗ ung der Frau Willmer ein, welche auf einen Zwiſt mit erwandten gedeutet hatte; beſorgt, ihre durch die Wen⸗ d gg des Geſpraͤchs veranlaßte Ruͤhrung moͤchte ſie zu ſe angreifen, und durch die Gedanken, die ſeine Seele fi en, dennoch hingeriſſen, ſah ſich der fremde Greis gar bald in der Erzaͤhlung ſeiner Geſchichte begriffen.

Frank war der Sohn eines angeſehenen Mannes aus

M., in deſſen Naͤhe er ſich jetzt befand. Seines Va⸗ ters Beruf erlaubte ihm nur eine allgemeine Ueberſicht bei ſeiner Erziehung, eine Vorſchrift ſeiner Studien, ohne Aufſicht und Pruͤfung. Seine Mutter verzog den einzigen talentvollen, wohlgebildeten Sohn. In dem Alter, wo ein Juͤngling ſich irgend einer Wiſſenſchaft