Teil eines Werkes 
2. Th. (1817)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Nach einigen gleichguͤltigen Geſpraͤchen ver⸗ ließ der Freiherr das Zimmer, und nun wagte Glanalvon die Frage: ob ihr Herz ihm noch gehoͤre?

Oscar, erwiderte das hocherroͤthende Maͤd⸗ chen, ihr wißt es lange, daß ich mich nicht ver⸗ ſtellen kann, und kennt meine Neigung zu euch; auch ſchaͤme ich mich nicht, euch dieſe Liebe zu geſtehen. Eure Zaͤrtlichkeit und die Leiden, die ihr meinethalben erduldet habt, verdienen jeden Erſatz, den ich gewaͤhren kann, und wenn 6 es euch Freude macht, zu hoͤren, daß mein Herz euch noch immer einzig angehoͤrt, ſo nehmt die treue Verſicherung aus meinem Munde. An meines Bruders Einwilligung zweifle ich nicht, da er euern Werth zu ſchaͤtzen weiß; aber Pflicht und Liebe gebieten mir, ihn zu Rathe zu ziehen, 3 und ſeiner Entſcheidung ſei unſer Gluͤck anheim geſtellt.

Voll Entzuͤcken warf Glanalvon ſich zu Iſa⸗ bellens Fuͤßen, um ihr ſeinen Dank zu ſtammeln, als die Thuͤre ſich offnete/ und der Freiherr ſchnell ins Zimmer trat. Erſchrocken ſprang Oscar auf; ein tiefes Roth jungfraͤulicher Scham uͤber: