Teil eines Werkes 
2. Th. (1817)
Entstehung
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ich dachte wahrlich ſchon, daß ihr eure Freunde auf der Morvensburg vergeſſen haͤttet.

Gewiß nicht, erwiderte Oscar; nur die Furcht, euch oder Lady Jſabelle laͤſtig zu fallen, konnte mich ſo lange zuruͤckhalten.

Das waͤre nie der Fall geweſen, ſagte Lio⸗ nel, im Gegentheil haben wir eure Gegenwart oft herbeigewuͤnſcht; aber kommt, theurer Freund, fuhr er fort, wir duͤrfen nicht vergeſſen, daß es hier noch jemand giebt, der ein fruͤheres Recht auf eure freundliche Begruͤßung hat. Bei dieſen Worten fuͤhrte er den jungen Grafen naͤher zu Iſabellen, welche wehmuͤthig laͤchelnd ihm die Hand entgegen reichte, die er feſt an ſeine Lippen druͤckte. Zum erſten Male wagte ſie, ſeit ſeinem Eintritte, die ſchoͤnen Augen wieder zu ihm empor zu heben; ſein Blick weilte auf ihr, und mit Bekuͤmmerniß bemerkte er die Veraͤnderung, welche in allen ihren Zuͤgen herrſch⸗ te. Die bleiche Wange, die abgehaͤrmte Ge⸗ ſtalt, ſchienen ihm zu ſagen, wie viel ſie in der letzten Zeit gelitten habe, und ſein Herz blutete bei dem Gedanken, daß er, wiewohl unſchuldig, doch die Urſache dieſer Leiden ſei⸗