Teil eines Werkes 
1. Th. (1817)
Entstehung
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ihr zu umarmen waͤhnte. Weit entfernt, uͤber dieſe Parteilichkeit des Vaters eiferſüchtig zu ſeyn, lebte Oscar auch nur fuͤr die geliebte Schweſter. Mit einander erzogen, waren ihre Beſtrebungen und ihre Freuden eins geworden und wenn Angelica den Bruder als ihren Be⸗ ſchüͤtzer anſah, betrachtete ſie ihn zugleich als ih⸗ ren theuerſten Freund, und nach ihrem Vater

war er der erſte Gegenſtand ihrer Zaͤrtlichkeit.

Von fruͤheſter Kindheit an, war er ihr einziger Gefaͤhrte geweſen, der Theilnehmer ihrer un⸗ ſchuldigen Freuden, und oft, wenn ſie vom Spiel ermuͤdet ſich auf einem ſchoͤnen Raſen zum Schlaf hinlegte, bedeckte Oscar ſie mit Blumen

und Blaͤttern und ſtand ritterlich an ihrer Seite

Schildwache, damit nichts ihren Engelsſchlum⸗ mer ſtoͤren moͤge. Jahre verbanden ſie nur inni⸗ ger miteinander. Nach dem Gebrauche des Zeit⸗ alters war Angelica oft die Begleiterin des Bru⸗ ders bei den Vergnuͤgungen, von welchen jetzt das zartere Geſchlecht ausgeſchloſſen iſt. Er lehrte ſie den Bogen ſpannen, das unbaͤndige Roß zaͤhmen; und leicht und gewandt als das Reh in ihren va⸗ terlaͤndiſchen Gebirgen, brachte ſie oft ganze Ta⸗

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