15 ſeine Gefuͤhle wurden zerſtoͤrend fuͤr ſeine Ruhe.
Doch ungeachtet dieſes kleinen Fehlers in ihm,
war es unmoglich, ihn zu kennen, ohne Liebe und Achtung fuͤr ihn zu empfinden, und wer ſich ihm nahete, wollte dem edlen, houhheien Jüng⸗ ling wohl.
Angelica, vier Jahre juͤnger als ihr Bruder,
glich in der aͤußern Geſtalt voͤllig ihrer verſtor⸗
benen Mutter.— Die Grazien ſchienen bei ih⸗ rer Geburt zugegen geweſen zu ſeyn, und holde Anmuth verbreitete ſich uͤber ihr ganzes We⸗ ſen.— Wenn ihre blauen/ ſchmachtenden Au⸗ gen, ſo rein und ſchuldlos aus dem Engelsköpf⸗ chen, von blonden, natuͤrlichen Locken umwallt, herausblickten, glaubte man, ein liebes Heiligen⸗ bild zu betrachten. Anſpruchlos aber ſtand ſie ſelbſt da, einfach in allem Thun und Walten, verbreitete ſie Freude um ſich her und war ſich nur der reinſten Liebe bewußt. Oft weilte der Vater mit Entzuͤcken auf ihrem Anblick, ſie war ſein Liebling, in ihr ulutt⸗ er die ge⸗ liebte, verlorne Gattin aufs Neue verjuͤngt vor ſich zu erblicken, und oft taͤuſchte ihn ſeine Ein⸗ bildungskraft ſo ſehr, das er 3. wuirt ich in
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