14 Mutter beweinte.— Wenn aber auch anfangs dieſer Schmerz ihn zu verzehren drohete, ſo lehr⸗ te ihn doch bald die Religion, daß er ſich ihm nicht unbedingt hingeben duͤrfe, und er beſchloß aus Liebe zu ſeinen beiden Kindern, mit Erge⸗ bung und Muth ein Leben ferner zu ertragen, das fuͤr ihn freilich den ſchoͤnſten Reiz verloren hatte. Dieſe Kinder ſah er nun als ſeinen hoͤchſten Troſt an, auf ſie wandte er die zaͤrtlichſte, vaͤter⸗ liche Sorgfalt; auch fuͤhlte er ſich nicht getaͤuſcht in ſeinen Erwartungen, denn reichlich belohnten ſie ihn durch ihre Liebe und die gluͤcklichen Anla⸗ gen, welche ſich ſchon ſeit fruͤher Rindſhehen bei ih⸗ nen entwickelten.— In dem Augenblicke da unſere Geſchichte ei⸗ gentlich beginnt, hatte Oscar, der aͤlteſte Sohn, gerade ſein zwanzigſtes Jahr zuruͤckge⸗ legt.— Auf den erſten Blick ſah man, daß eine ſchoͤne Seele den ſchoͤnen, maͤnnlichen Koͤrper be⸗ lebe; der Ausdruck ſeiner feurigen, dunkeln Au⸗ gen ward durch den jugendlichen Glanz ſeiner ge⸗ ſunden Geſichtsfarbe erhoͤht.— Lebhaft fuͤr alles Große und Gute eingenommen, gab er ſich nur zu oft einer augenblicklichen Leidenſchaft hin, und
———


