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2 Conſtance es einſt zufaͤllig durch einen Diener er⸗ fuhr. Sie ertrug den Gedanken nicht, daß der Vater den uͤber ſie ausgeſprochenen Fluch mit ins Grab nehmen ſollte, und beſchloß, noch einen Verſuch zu wagen, um in dieſem Leben ſeine Ver⸗ zeihung und ſeinen Segen zu erlangen. Ihres Gemahls Einwilligung zu dieſem Schritte bezweis felnd, benutzte ſie ſeine Abweſenheit bei einer Jagd, begab ſich allein und in Pilgerkleidern
nach dem Schloſſe ihrer Ahnen und bat um Zutritt
bei dem Freiherrn in Angelegenheiten von der
groͤßten Wichtigkeit. Die Achtung, welche man
in jenem Zeitalter den Pilgerinnen erzeigte, war ſo allgemein, daß ſelbſt das Todbette, auf wel⸗ chem ſich der Herr der Burg befand, keinen hin⸗ laͤnglichen Grund zur Abweiſung gewaͤhrte; ſo ward ſie angemeldet und bald darauf in das Krankenzimmer gefuͤhrt. Blaß und zitternd nahete Conſtance ſich dem Lager, worauf ihr Va⸗ ter lag, deſſen Anſehen beim Schein der Lampe, durch welche das Gemach erhellet war, ſchon et⸗ was Geiſterartiges hatte. An der einen Seite des Bettes ſaß ihr aͤlteſter Bruder, an der an⸗
dern eine liebenswuͤrdige junge Frau, die ſie fuͤr


