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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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4.

ſchrift ſcheint Dich in Deiner Sterbeſtunde geängſtigt zu haben, ich werde es morgen dem Gericht übergeben, viel⸗ leicht iſt es Dein letzter Wille, den Du, ehe Du die That begingſt, zu Dir nahmſt.

Heimgekehrt erzählte er Gertrud vorſichtig, um ſie in ihrem Zuſtande nicht zu erſchrecken, das Erlebte, traf Vorkehrung zur Beerdigung der Leiche Wenzels, welche an Ort und Stelle erfolgte, und machte ſich dann auf nach dem Freiſchulzengut. Zum erſten Mal ſeit dem Tage, an welchem er mit ſeiner Gertrud daraus fortgezogen, betrat er den Hof wieder. Er mußte kämpfen, die Thränen zu⸗ rückzudrängen, die beim Anblick der Verwüſtung ſeine Augen füllten; er mußte vor der Thür zum Zimmer ſeines Bruders Athem ſchöpfen und ſich ſammeln, ehe er eintrat.

Du biſt es? Georg, ſagte der Kranke mit einer ſo weichen Stimme, daß Georg, von Rührung übermannt, dem Bruder laut weinend an die Bruſt ſank.

Laß das, Georg, es führt zu nichts, ſage mir, was Dich herführt?

Er erzählte nun, was er erlebt und übergab Chriſtian das blutige Papier.

Es war, ſagte er,zu Vaters Zeiten Brauch und Sitte, daß man zum Freiſchulzen ging und ſich Rathes erholte; Du biſt ſein Nachfolger und ich komme deshalb zu Dir und frage, was ich mit dem Papier aufangen ſoll.