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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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durch den Caſtellan des grauen Hauſes ſich nach dem Be⸗ finden Chriſtians erkundigen laſſen und jetzt, nachdem er von der völligen Geneſung Nachricht erhalten, jenen vor ſich auf die Gerichtsſtube beſchieden. Niemand außer den Beiden war zugegen. 3

Nehmt mir gegenüber, begann der Gerichtshalter, Platz, Herr Chriſtian Hebart; die überſtandene Krankheit hinderte Euch an dem Tage zu erſcheinen, den ich zur Er⸗ öffnung des Teſtamentes, das Euer Vater hier niederlegte, anberaumt hatte, ich habe daher heute Euch zur Anhörung⸗ 3 dieſes letzten Willens herbeſcheiden laſſen.

Es erfolgte die Verleſung; dem Juſtitiar entging 4. nicht, daß Chriſtian bei den Worten, die ihn zum Frei⸗ ſchulzen ernannten, zuſammenzuckte.

Darf ich mich entfernen? fragte er, als der Ge⸗ richtshalter das Teſtament zuſammenlegte.

Es thut mir leid, entgegnete Jener,daß Um⸗ F ſtände eingetreten ſind, die mich nöthigen, gegen Euch die Unterſuchung einzuleiten; es liegen gewichtige Verdachts⸗ gründe vor, daß Ihr ein falſches Teſtament untergeſcho⸗ 4 ben habt.

Chriſtian verfärbte ſich, war aber keines Wortes fähig.

Es kann nicht unſere Abſicht ſein, die Unterſuchung, die über Chriſtian verhangen wurde, in ihrem ſpeciellen Gange zu verfolgen, es genügt des Endurtheils zu geden⸗