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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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„Wie kommt Ihr unvermerkt mit mir in's Haus? die Thür iſt verſchloſſen, beim Oeffnen müßte der Caſtellan Euch gewahren.“ 3

„Ihr geht allein, Chriſtian, ſchiebt aber den Riegel wie⸗ der auf, für das Andere laßt mich ſorgen. Nunzieht die Glocke!

Dumpf und hohl ließ ſich der Ton vernehmen; man hörte das Oeffnen einer Thür, langſame Tritte kamen näher und eine Stimme von innen fragte, wer Einlaß begehre.

„Ich bin's, Alter, daheim wird mir die Zeit lang, wir wollen eine Partie Dame ziehen.“

„Jawohl, Herr Chriſtian, jawohl, ich komme gleich.“

Wenzel trat in's Dunkel zurück, als der alte Be⸗ ſchließer das Haus öffnete und ein Lichtſchein auf Chri⸗ ſtian fiel.

Wie ihm Wenzel geheißen, zog er den Riegel, ohne daß der Caſtellan es bemerkte, wieder zurück.

In der kleinen Stube des alten Hausmeiſters verbrei⸗ tete ein ſtattlicher Ofen behagliche Wärme, aber Chriſtian empfand dieſes Behagen nicht, ſein Inneres arbeitete hef⸗ tig, ſein Ohr lauſchte, ſeine Hand zitterte.

„Ei, ei, Herr Chriſtian, Ihr ſpielt heute recht zerſtreut, auf dieſe Weiſe macht Ihr mir es leicht zu gewinnen.“

„Ich bin zu ſchnell gegangen, die Anſtrengung durch den tiefen Schnee,— ich werde ſchon ruhiger werden. Spielen wir weiter.“——