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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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„Alſo, liebſter Andreas, dem ahmet nach und ſcheidet ab von der Winterzeit Eurer Schmerzen.“

Zehn Jahre ſind ſeit der Zeit, da dieſes Geſpräch ſich zutrug, vergangen. Andreas hat die Lehre des Pfarrherrn, deſſen Hülle in der Gruft an der Altarſeite des Gottes⸗

hauſes längſt beigeſetzt iſt, befolgt,— er iſt redlich beſtrebt

geweſen, dem Richtergute den Glanz und das Anſehen zu

erhalten.

Aus dem Jüngling iſt ein Mann geworden. Wir be⸗ gegnen jetzt einer kräftigen Figur mit ziemlich gebräuntem Angeſicht, das nicht die Strenge des Vaters zeigt, ſondern eine gewiſſe Heiterkeit von der Mutter geerbt zu haben ſcheint. Sonſt iſt er das leibhaftige Abbild ſeines Vaters, die dieſem eigen geweſene Pünktlichkeit, der prüfende Ver⸗ ſtand, das ſichere Urtheil in ſelbſt nicht gewöhnlicher Ver⸗ kettung der Umſtände, die Bereitwilligkeit zum Glück ſei⸗ ner Nebenmenſchen mit Rath und That bei der Hand zu ſein, alle dieſe Eigenſchaften ſind auch die ſeinen geworden, eben ſo aber auch das unwandelbare Feſthalten an dem, was er ein Mal für gut erkannt.

Kurz nach dem letzten Geſpräch mit dem Pfarrer hat er recht ianig in den Stunden, in denen er nach vollbrach⸗ ter Arbeit allein in dem Cabinet ſeines Vaters auf⸗ und niederzuſchreiten pflegte, die Sehnſucht nach einem Weſen