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brach ein heftiges Fieber aus, dem an einem Tage beide Eltern erlagen.
Wer ein Liebes nur verlor, wird den Schmerz ermeſſen, der das junge Herz beinahe erdrückte. Da ſtand nun der junge Freiſchulze allein in den weiten Räumen und konnte an ſei⸗ nen Verluſt nicht glauben; jedes leiſe Geräuſch im Hauſe, jedes Kniſtern der Dielen— meinte er— bringe ihm die Heimgegangenen wieder.—
Es war gegen das Ende des Winters hin, als ſich der ſchmerzliche Todesfall ereignete. In dieſen Tagen der Lei⸗ den hatte der ſchwer geprüfte Sohn keinen treueren Freund und keine troſtreichere Stütze als den Pfarrer des Ortes, einen Mann, im Ausgange der Siebenzig ſtehend, einen ſilberhaarigen Greis, deſſen Religioſität nicht in einer Sammlung bibliſcher Sprüche und wohlklingender Phra⸗ ſen beſtand.
„Mein junger Freund,“ ſagte er bei einem ſeiner Beſuche,„wer wie ich an dem Ausgange des Lebens ſteht, hat in ſeinen ſtillen Stunden innerer Beſchauung andere Anſicht von jener Welt da drüben, als Ihr haben könnt, dem ſich, ſo Gott will, noch ein langes, geſegnetes und glückliches Leben eröffnen ſoll.“
Wir, in unſerer Kurzſichtigkeit, beklagen die Heimge⸗ gangenen und meinen; ſie entbehren, weil ſie die Güter und die Genüſſe dieſer Erde verlaſſen haben; wir wiſſen aber nicht und können es auch mit unſerer, durch ihren Körper un⸗


