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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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die Sache ſeines Clienten nicht„lauter und rein,“ ſo brauchte dieſer nur auf des Schulzen Stirn zu ſehen; die beiden ſtarren Falten, die ſich dort in ſolchen Fällen zeig⸗ ten, genügten ſtatt der Antwort, und„Gott befohlen“ galt als Entlaſſungsformel. Eben ſo hatte Der, welcher ein Mal ſeinen des Freiſchulzen Rath nicht befolgt, nicht von Nöthen, in einer zweiten Angelegenheit vor ihm ſich einzu⸗ finden, wollte er nicht eines ſehr unliebſamen Empfanges gewärtig ſein.

Beſondere Thätigkeit des Geſindes pflegte er in der Stille zu belohnen, konnte es jedoch nicht leiden, wenn man ihm eine große Dankſagung abſtatten wollte. Seine Kennt⸗ niß im Landbaue waren zum Sprichwort geworden und der Zuſtand ſeiner Felder gab den ſchlagendſten Beweis davon. An Einrichtungen, deren Nützlichkeit er nicht ſelbſt erprobt hatte, glaubte er nicht, mochten ſie noch ſo großer Anpreiſungen ſich erfreuen. Exiſtirten auch zu ſeiner Zeit keine gewerblichen und landwirtthſchaftlichen Zeitſchriften, wenigſtens nicht in jetziger Weiſe, ſo fanden ſich doch hie und da, namentlich in den Kalendern ſogenannte Bauern⸗ regeln nebſt anderen kurzen Andeutungen. Seiner Gewohn⸗ heit nach hatte der Schulze dieſe mehrere Jahre hindurch geprüft und nicht bewährt gefunden. Seit er zu dieſem Reſul⸗ tate gelangt war, litt er keine ſolchen„Lügengeiſter“, wie er ſie nannte, ſondern ſtrich in den Kalendern die betreffenden. Stellen ſo dick durch, daß kein Buchſtabe kenntlich blieb.