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Der Freischulze : eine Erzählung / von Moriz Horn
Entstehung
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waren, wie ſehr man ſich auch von je im Freiſchulzengute be⸗

müht, die Geſchlechtstafel bis auf den Begründer zurück⸗ zuführen, nicht zu erlangen. Die Wahrnehmung, daß auf dem Knauf des bereits erwähnten alten Reiterſchwertes, allerdings nur mit Hülfe einer Lupe, der Name: Hebart zu leſen war, genügte, um in der Familie den Glauben feſt⸗ zuhalten, daß ein Hebart für die Religionsfreiheit mitge⸗ ſtritten habe.

Als ein ſonderbares Spiel des Schickſals iſt der Um⸗ ſtand zu erwähnen, daß dem jedesmaligen Beſitzer des Freiſchulzengutes zu Tannengrün nur ein Sohn geboren wurde, der nach des Vaters Tode in jenes ſuccedirte.

So war auch unſer Chriſtian Andreas das einzige Kind ſeiner Eltern geblieben. Der Vater war ein Mann von ſtattlicher Geſtalt mit einem ernſten, feſten Geſicht, über deſſen Züge ſehr ſelten und auch dann nur ein halb⸗ unterdrücktes Lächeln glitt. Sein Wille galt im Hauſe als unumſtößliches Geſetz, das aber um ſo freudiger befolgt wurde, je weniger man Urſache hatte, über deſſen Härte oder Strenge ſich zu beklagen. Pünktlichkeit und das zur Stunde Beſtimmte auch zur Stundezu erfüllen ging ihm über Alles; er theilte die Geſchäfte des Tages zu jeder Jahreszeit ein, ohne jedoch die Muße zur Erholung zu beſchränken.

Im Dorfe galt ſein Ausſpruch wie ein Urtheil. Wer eines Rathes bedurfte, erlaubte ſich bei dem Freiſchulzen vorzuſprechen und ſein Anliegen vorzutragen. Fand Jener