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Als ſie wieder herauf kam, ſo gegen Mitternacht, war ſie halb erfroren und ganz ein Bild des Jam⸗ mers und der Verzweiflung. Sie wollte mir nicht Rede ſtehen, ſie konnte es auch wohl kaum, denn die Stimme verſagte ihr, und ich hörte ſie ſchluchzen und ſtöhnen die lange liebe Nacht hindurch. „Später erzählte ſie mir dann wohl ausführlich, wie ſie die Eiferſucht und eine zehrende Leidenſchaft zu der Schauſpielkunſt in die Welt verführt hätten. Wenn ſie Ruhm und Ehre erworben haben würde, dann, habe ſie gehofft, würde ihres Mannes wankel⸗ müthig Herz ſich nimmer von ihr wenden, und ſtatt ſich ihres Herkommens vor ſeinen Verwandten ſchä⸗ 5 men zu müſſen, werde er ſtolz vor aller Welt mit ihr durch's Leben geh'n. Zu Anfang habe ſie wohl Hartes ausſtehen und hinnehmen müſſen, aber ſie ſetzte ſich mit eiſernem Willen drüber hinaus, und mit einem Male habe ſich's gewendet. Und als nun die Anerkennung und der Ruhm ihr reichlich zuſtröm⸗ ten, als ſie von den Bevölkerungen großer Städte mit Jubel gefeiert, und von den klügſten und bedeu⸗ tendſten Männern, die ihr nahe kamen, als eine un⸗ 6* vergleichliche Künſtlerin geprieſen wurde, da habe ſie der Geiſt des Stolzes und der Ehrſucht ganz und gar verlaſſen, und nur die Freude, ihren Gatten nun feſter an ſich binden zu müſſen, füllte ihr die Seele.


