zeugungen zu, mit welchen ihr Gatte den Gaſt über⸗ häufte.
Ihr Geſicht war nicht gerade ſchön zu nennen; aber große, graublaue Augen, ſchwellende, breitge⸗ ſchweifte Lippen und eine feingezeichnete, ſtarke Naſe verliehen ihm einen ſo lebensfriſchen, beſtimmten Ausdruck, daß man nach dem erſten raſchen Anblick ſofort hätte die Wimpern ſchließen können, ohne ſei⸗ nes genauen Abbildes in der inneren Vorſtellung los zu werden.
Während der erſte Begrüßungsſturm in durch⸗ einandergeworfenen Fragen und Antworten, in häus⸗ lichen Anordnungen und bunten Projekten für die nächſten Tage allmälig vertobte, ſetzten wir uns an die Mahlzeit. Heinrich ſprach in einem Athem fort, während ſeine Frau bald mich, bald ihren Gatten ihrer ſchweigenden Beobachtung unterzog, und mir ſelbſt in Mitten dieſer befreundeten Häuslichkeit nicht recht ſicher und behaglich werden wollte.
„Aber, Grettchen,“ fuhr auf einmal Heinrich ſich ſelbſt unterbrechend fort,„Du ſchweigſt und thuſt, als hätteſt Du einen wildfremden Menſchen vor Dir. Sei gut, und reiche meinem Alten über dem Ver⸗— brechen ſeiner nächtlichen Ueberraſchung die hausmüt⸗ terliche Rechte.“
Ihre bisher ſo ſtarren Züge nahmen plötzlich ei⸗
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