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ben. Er war der unglückſeligſte Menſch, wenn ein Tag ausſah wie der andere, wenn zwei Wochen hin⸗ gegangen, ohne daß ein Unglück geſchehen oder eine . Dummheit begangen worden. Er machte fortwäh⸗ rend Jagd nach abſonderlichen Situationen, wobei es ihm ziemlich einerlei war, ob er oder andere eine peinliche Rolle dabei ſpielten, und auch die gewöhn⸗ lichſten Lebensvorkommniſſe liebte er mit dem Scheine des Außerordentlichen verzierend zu umkleiden. So mußten ſtets friſche Blumen auf ſeinen Tiſchen und Käſten ſtehen, ſeine gewöhnlichen Trinkgeſchirre hat⸗ ten die Form einer antiken Schaale oder eines alt⸗ deutſchen Stiefels, je nachdem er Wein oder⸗Bier genoß; als Waſchbecken diente ihm eine ungeheuer⸗ liche Seemuſchel. Aus dem Fenſter ſeiner Schlaf⸗ kammer hatte er die landesübliche farbloſe Durchſich⸗ tigkeit aushängen, und dafür ein aus runden, bunten Glasſcheiben zuſammengebautes Kunſtwerk an die Stelle ſetzen laſſen, welchem links das Wappen ſei⸗ ner Familie, rechts das unſerer Univerſitätsſtadt ein⸗ gefügt war. Im Studierzimmer ſahen kleine Gyps⸗ nachbildungen des borgheſiſchen Fechters, der Venus † von Melos, des Apollo von Belvedere aus dunkel⸗ rothen Niſchen auf ein ſtaubiges Durcheinander von Folianten, Zeitungen, Miniaturausgaben, Küchen⸗ geſchirren, Schreibmaterialien, Fechtapparaten und


