Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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ſtirbt mit mir. DasGeſchlecht iſt erloſchen. Dann laßt drucken, was Ihr wollt. Und ſo geben Sie mir Ihre Hand, mit dem Verſprechen, mein Ende abzuwarten. Lange werden Sie nicht zu warten brauchen. Das weiß ich am beſten.

Ich gelobte zu gehorchen und ſchied von der Gräfin, feſt entſchloſſen, mein Gelübde zu halten.

Fünfter Tag.

Der Morgen graute kaum, als ich das Schloß verließ.

Peterl hatte noch nicht eingeſpannt.

Ich bat einen Diener, der mir das Thor öffnete, mein Gepäck aufzuladen und den Wagen vor die Thür des Friedhofs zu ſchicken..

Dahin begab ich mich im dickſten Herbſtnebel.

Ich ſuchte vor der Gruft und über Gräbern die Inſchriften auf, welche Pflicht, Dankbarkeit, kindliche Liebe ihren Verſtorbenen gewidmet. Ich fand Onkel Naſus und Mutter Gokſch, fand den Rittmeiſter und den guten Paſtor Karich. Ein ſehr langer Grabhügel fiel mir auf; die Tafel, die ihn bezeichnet, enthält nur die Worte: Schkramprl der Rieſe.

Im Winkel an der Mauer fand ich ein Kreuz, worauf ich las: der ſchwarze Wolfgang. Auch dieſes Grab war ein kleiner Blumengarten, freilich jetzt ohne Blüthen.

Peterl knallte draußen, zum Zeichen, daß er bereit ſei! Ich verließ Liebenau.

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