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Die Hebamme trägt das Kind.
Gräfin Julia und Ottilie folgen ihm.
Anton bleibt bei Hedwig zurück.
Hedwig ſitzt, liegt vielmehr in ihrem Lehnſtuhl, der an’s off ne Fenſter geſchoben ward, ſo daß ſie dem kleinen Zuge, der ihr Kind in die Kirche begleitet, mit den Augen folgen kann. Nun wendet ſie ſich zu Anton:
Mein theurer Freund, wir haben ein herzlich Wort mit einander zu ſprechen, vielmehr ich habe zu ſprechen, Du magſt mich gütig hören. Doch eh' ich beginne, bitt' ich flehentlich, Du wolleſt nicht glauben, daß in dem, was ich Dir zu ſagen habe, irgend ein Vorwurf, eine Anklage gegen Dich enthalten ſei. Im Gegentheil!
Ich bemerke ſchon ſeit... o, ſchon ſeit meines Vaters Tode, daß Dir Etwas fehlt. Anfänglich machte mich dieſe Entdeckung ſehr unglücklich, denn ich fürchtete einige Tage hindurch, Du könnteſt bereuen, mich zur Frau genommen zu haben, und dann wäre mir wohl Nichts übrig geblieben, als meinem Vater zu folgen. Doch Dein ganzes Benehmen überzeugte mich bald, daß Du mich liebſt, achteſt, daß ich(der Himmel ſei geprieſen!) Dir nicht zur Laſt bin; nein, daß es Dir nur der Ehe⸗ ſtand im Allgemeinen iſt; daß der Gedanke Dich peiniget, gebunden, feſtgehalten, an Haus und Hof und Weib ge⸗ kettet zu ſein, während Du doch gewöhnt wareſt, umher⸗ zuziehen, wie Wind und Wetter Dich trieben, Du mein lieber, geliebter Zigeuner. Mir iſt nicht entgangen, mein armer Anton, welche Mühe Du Dir gabſt, Dich zu be⸗ herrſchen, mich zu täuſchen. Aber das Auge der Liebe


