Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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Gardinen redenden Darſtellern, an Stimmenwechſel

fehlte, ſo wurde doch der Kasperle mit einer Vollkommen⸗ heit geſprochen, und der unſichtbare Sprecher wußte zu⸗ gleich der ſichtbaren, beweglichen, poſſierlichen Puppe ſo entſprechende Leitung dabei angedeihen zu laſſen, daß Anton einen glücklichen Abend zubrachte. Er vergaß Hedwig und ſeine fromme Sehnſucht nach ihr. Er ver⸗ ſenkte ſich mit Seele und Leib in die Action der Puppen;

er glaubte an ſie. Ja ſelbſt den falſchen Pathos, den

Herr Dreher ſeinem zärtlichen Vater, ſeinem ruchloſen Sohne angedeihen ließ, mußte der begeiſterte Bewunderer dieſer ihm neuen Kunſtgattung preiſen; er fand das nothwendig für ein Marionettenſpiel. Dagegen durch⸗ rieſelte ahnungsvoller Schauer ſein Herz, wenn die

Weiberſtimme eintrat. Die Klage der Mutter um den

verlorenen Sohn erſchütterte ihn, wie Nichts ihn erſchüt⸗ tert, ſeitdem er Ludwig Deorients Schewa vernommen; er zürnte mit ſeinen Nachbarn, die dumm lachten, wo ihm Thränen in's Auge traten. Bei den Worten:ich bin die Hoffnung! überkam ihn eine Rührung, die er kaum bemeiſtern konnte, und die ſeine nächſten Umgebun⸗ gen bei einem Marionettenſpiel komiſch fanden, die aber auf ihn ſelbſt ſo nachdauernd wirkte, daß er ſich nicht von E. trennen mochte, ohne wenigſtens noch einer Vorſtel⸗ lung im Puppentheater beigewohnt zu haben.Ich bin ein wunderlicher Menſch, geſtand er ſich ehrlich ein:

Spontini's große Oper mit aller Macht und Pracht hat

mich kalt gelaſſen, wiewohl ich auch ein Stückchen

Muſteus bin; und dieſe Beluſtigung, Dienſtmägden