Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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Freund, daß ſein poetiſches Gemüth völlig davon bezaubert

wurde.

In reizend⸗naiver Einfalt hat das alte Volksſchau⸗

ſpiel jenen ewigen Stoff aufgefaßt und behandelt. Was

ein Dichter von modernem Zuſchnitt wie allegoriſche An⸗ deutung genommen haben würde, das tritt hier mit kind⸗ licher Treuherzigkeit als wirklich und wahr vor die Sinne.

Wenn der verlorene Sohn in Folge ſeiner wilden Aus⸗

ſchweifungen ſo tief geſunken iſt, daß er als Schweinehirt in wüſter Gegend Mangel dulden muß, da verwandelt ſich das Brot, womit er ſeinen Hunger ſtillen möchte, unter den zitternden Händen in harten Stein; da grinzen ihm ſtatt jener Aepfel, die er vom Baume zu pflücken trachtet, kleine Todtenköpfe entgegen; da rinnt aus dem Felſenquell, der ihn laben ſoll, ſobald er ſich dürſtend nahet, flüſſiges Feuer hervor; alles dies, weil der Fluch gekränkter Eltern ihm folgt. Und wie er nun matt und kraftlos zur Erde taumelt, in einen Schlaf, der Ohnmacht ſcheint, zu verfallen, da naht ihm ein Unge⸗ thüm, welches aus dem Boden ſteigt, hält ihm die Reihe ſeiner Vergehungen vor und raunt ihm krächzend in's

Ohr:ich bin die Verzweiflung! Dann windet ſich der

Elende, erwacht aus Traumes Qualen, fleht den Him⸗ mel reuig um Gnade an, und alſobald verſchwindet die ſchwarze Verzweiflung, die Erde ſchlingt ſie ein, und von Roſengewölk getragen ſchwebt ein freundlicher Engel herab, der lispelt liebevoll:ich bin die Hoffnung! Und kaum hat der verlorene Sohn dieſe tröſtende Stimme

vernommen, fühlt er Kraft, ſich zu erheben, den Heimweg