Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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entſchloſſen, von ihren religiöſen Anſichten einmal abzu⸗ gehen und den Töchtern in aller Eil einen Anhauch von weltlichem Firniß zukommen zu laſſen. Binnen drei Wochen denn nach Ablauf dieſer Friſt wurdeGraf Louis erwartet verlangte man, daß Antoine Wunder gewirkt und den Schweſtern, hauptſächlich der zum Opfer auserwählten, beigebracht haben ſolle, was bis auf dieſen Augenblick wie unnütze, vielleicht ſträfliche Tändelei gar nicht geübt worden war. Er ſelbſt nannte die Unter⸗ richtsſtunden, die er natürlich in Gegenwart von Mutter und unterſchiedlichen alten Tanten den linkiſchen, verlegenen, bgeichſüchtigen Mädchen täglich dreimal zu ertheilen hatte, eine Pferde⸗Arbeit. Und er mußte ſich häufig über dem ſündlichen Wunſche ertappen, daß es ihm vergönnt ſein möge, nur ein Bißchen von den frivolen Anlagen ſeiner kürzlich verlaſſenen Schülerinnen auf die unbewegliche, lebloſe Kälte der jetzigen zaubern zu können, ſollt' es auch mit Gefahr für der Letzteren Sittſamkeit geſchehen!.

Hedwig war doch gewiß ein Muſterbild von jung⸗ fräulicher, züchtiger Tugend. Aber wie gewandt war ſie dabei, wie graciös, die beſte Tänzerin von allen achten! Dieſe Drei tanzen wie bleierne Vögel. Gott verzeih' mir's, ich glaube, ſie haben krumme Beine, weil ſie ſo viel auf den Knieen beten müſſen!.

Durch dergleichen Betrachtungen verſuchte ſein Un⸗ muth ſich Luft zu machen. Doch die Erleichterung blieb nur gering, und er ſehnte ſich ſehr ungeduldig nach der baldigen Ankunft des verheißenen Brautwerbers, die ihn