Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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So rückten die Hundstage heran mit ihrer drückenden Hitze. 3.

Jean Paul, in, ich weiß nicht, welchem ſeiner humo⸗ riſtiſchen Stillleben, ſegnet das Andenken des braven Mannes, der die Schulferien dieſer glühenden Tage erfand, und möchte ſeinen Schädel küſſen. Wir ſelbſt wiſſen uns auf den Werth derſelben gar wohl zu beſin⸗ nen, und wenn wir ſie, als Schüler, uns vergönnten, ſo vergönnen wir ſie, in reiferen Jahren, zwiefach den armen, gepeinigten Lehrern. Mirabel ſollte ſie nicht genießen. Im Gegentheil, für ihn wurden ſie Tage dop⸗ pelter Anſtrengung. Denn aus den geſchloſſenen ſtädti⸗ ſchen Schulen ergoſſen ſich freigelaſſene Schüler in Strömen nach allen Richtungen ihrer ländlichen Heimath; und war es den wilden Knaben zu heiß geweſen, im engen Raume des Gymnaſtums über alten Autoren zu ſitzen, ſo konnte die glühendſte Sonne doch keine Temperatur zu Stande bringen, welche das beweg⸗ liche Völkchen verhindert hätte, ſich mit Mühmchen, Baſen und Schweſtern herumzuſchwenken. Die Tanz⸗ lectionen kamen nun erſt recht in Gang. Monſieur Mirabel hatte alle Hände und Füße voll zu thun. Dieſen gewaltſamen Anſtrengungen war der alte Herr nicht mehr gewachſen. In einer Nachmittagsſtunde, wo der Thermometer nach Reaumur einundzwanzig Grad über Null im Schatten declarirte, rührte den Unermüdlichen der Schlag. Der Dorfbader ließ das Blut des wohl⸗ beleibten Greiſes zwar ſchonungslos fließen, doch ver⸗

gebens. Herr Lemonier-Mirabel de la Garde, de la Holtei, Vagabunden. III. 2 4