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Es gelang ihm, jener einförmigen, leeren Exih mit welcher, um des lieben Broterwerbs Willen, d ſchöne Jahreszeit gleichſam vergiftet wurde, eine heit're Stirn entgegenzuſtellen; ſeine Verpflichtungen gegen Mirabel und deſſen Schülerwelt zu erfüllen, wie wenn er ſie noch ſo gern erfüllte; und Niemand durch trübe Mienen oder mürriſches Weſen entgelten zu laſſen, daß er nicht mehr in Hedwigs Nähe lebte.
Wenn jemals ein junger Mann den Beinamen„der Liebenswürdige“ verdiente, ſo war dies unſer Freund, jetzt, nachdem er im Feuer der Leidenſchaften, des Grames, der Entſagung dreifach geläutert, jene männlich⸗heit're Ruhe gewonnen, die durch milden Ernſt ſo wohl thut, die uns an erfahrenen Weltmännern bezaubert, die aber bei Jünglingen, welche erſt im Begriff ſtehen, Männer zuwerden, unter die ſeltenſten Vorkommenheiten gehört,— und zwar aus einfachen, natürlichen Gründen! Schade nur, daß Antons gegenwärtige Stellung ſo wenig Gelegenheit darbot, dieſe ſeine Liebenswürdigkeit in ihr volles Licht zu ſetzen: Diejenigen aus den ländlichen Umgebungen, mit denen ſein Verhältniß ihn in Verkehr brachte, wußten das nicht zu würdigen, was an ihm außerordentlich war; und Diejenigen, die befähigt geweſen wären, ihn zu erkennen, kamen mit dem Geiger des Herrn Mirabel durchaus nicht in Berührung; ſie begnügten ſich, zu ſagen:„Aus welchem Waſſer muß doch eine ſo lächerliche Perſonage, wie unſer alter Tanzmeiſter, dieſen
Muſtkanten gefiſcht haben? Der junge Menſch ſieht manchmal d'rein, als ob er Jemand wäre!“


