Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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wäre! Es wird ohne ihn auch gehen, und wir haben

doch den Hund gehabt, ſo gut wie jede andere Reſidenz, und brauchen uns nicht mehr zu ſchämen, daß wir zurückgeblieben ſind!

Iſt der abgegangene Director auch ein Schauſpieler? fragte Anton, ziemlich gleichgültig.

Goit behüte, erwiederte der Hausknecht; der iſt ein Dichter: der Und jetzt hörte unſer Freund einen Namen, an deſſen Klang ſich für ihn der zwiefache Zauber: jugendlicher Liebesträume und erſter poetiſcher Eindrücke knüpfte; einen Namen, in deſſen Gefolge eine Welt von Liedern wach wurde, die nur im Gedächtniß ſchlummernd eines Wortes bedurften, um friſch aufzu⸗ leben; einen Namen, den Anton tauſend⸗ und aber tauſendmal gedacht, ausgeſprochen, ſeitdem er ihn kannte, ohne daran zu denken, daß er einem Lebenden gehöre; daß Derfenige, der ihn trug, überhaupt jemals gleich anderen Menſchen auf Erden gelebt habe! Wenn Anton

Nauf dem Titelblatt eines gedruckten Buches dieſen

Namen geleſen, war ihm ſtets unmöglich geweſen, den⸗ ſelben in ſeiner Phantaſie mit irgend einer Perſönlichkeit in Verbindung zu bringen; dieſer Geiſt, gerade weil derſelbe das Rein⸗Menſchliche in allen Tiefen und Höhen durchdrungen, ſchien ihm ſo wenig an eine körperliche Form gebunden, daß Anton's Einbildungskraft ſich kein Individuum dabei vorſtellte. Ihm war es die Dichtkunſt ſelbſt, die zu ihm redete durch den lebensreichſten deutſchen Dichter. Und jetzt ſollt er vernehmen, daß in dieſer kleinen Stadt, wohin ſein Wanderſpiel ihn geworfen,