Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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ſich fragend an die Dienſtboten des Hauſes und erfuhr,

daß ſein Nachbar niemand anderes ſei, als der auf Kunſt⸗

reiſen begriffene, berühmte Hund des Aubri de Mont⸗ didier, der die renommirteſten, auf Gaſtrollen umher⸗ reiſenden Schauſpieler in vielen Dingen übertreffe, vor⸗ züglich aber in dem Triumphe, welchen ſeine Kunſt über die verwöhnte, veränderungsſüchtige Maſſe des ſchau⸗ luſtigen Publicums davon getragen. Dieſes, bei anderen Schauſpielern auf häufigen Wechſel, neue Stücke, ver⸗ ſchiedenartige Charaktere erpicht, habe für die Leiſtungen dieſes Schafpudels eine ſo kindliche Pietät, daß es nicht müde werde, ihn ſtets nur in einer und derſelben Rolle zu bewundern; daß es ihm zu Gefallen ſogar den menſchlichen Appendix von heiſerem Mörder und edler Mutter ſich gefallen laſſe, weil es in letzteren die zwei⸗ beinigen Pflege⸗Eltern des vierbeinigen Meiſters verehre.

Kann es etwas Unbegreiflicheres auf Erden geben, als dies ſogenannte Publicum?

Und dann, ſo fügte der geſprächige Hausknecht des Gaſthofes zum Elephanten hinzu,dann müſſen Sie auch bedenken, was für Krabalen der Hund auszu⸗ ſtehen gehabt, bis er auf unſerm Hoſtheater ſpielen durfte! Das war erſchrecklich! Der Director hat ſich mit Händen und Füßen dagegen geſtemmt. Durchaus wollt er's dem armen Vieh nicht vergönnen. Aber die Schau⸗ ſpieler, die mit dem Hunde reiſen, haben ſich hinter die Madame J. geſteckt, die iſt gut mit unſerm Gnädigſten, und die hat es glücklich durchgeſetzt. Nu' hat der Hunde⸗ feind die Direction niedergelegt! Als ob das ein Unglück