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nöthig hätte, ihrer ſchönen Tochter Eigenthum zu ſteh⸗ len, wenn ſie eine neue glänzende Menagerie etabliren will. Was Dein iſt, bleibt Dir! Und was mein iſt, kommt dazu, nach meinem Tode. Und Madame Amelot
muß eine reiche Frau ſein, aller Welt und allem Feuer
zum Trotze! Komm' in meine Arme, Laura. Ich war auch jung; ich beſinne mich auf ähnliche Thorheiten aus meinem Leben. Ich kann meiner einzigen Tochter nicht zuürnen! Ich verzeihe Dir.“
Und ſie umarmten ſich im Angeſicht der See,— der Sonne,— Anton's, welcher letztere den ſchlimmſten Stand hatte, in den ein junger, braver, thatkräftiger Burſch verſetzt werden kann: Weiber über ſich und ſein Geſchick verhandeln zu hören, ohne Berechtigung, den Ausſchlag zu geben.
Durch die Verſöhnung mit ihrer Mutter errang
Laura die Erlaubniß, mit dem Manne, der niemals ihr Gatte werden durfte,— es ſei denn, Herr Amelot wolle vorher aus beſonderer Gefälligkeit ſich das Genick abſtür⸗ zen,— in die Welt zu ziehen, während Mama nach
London ging, Thiere anzukaufen. Pierre und Jean
mußten als Vertraute und geübte Männer vom Fach gleichfalls dahin. Die große Waſſerreiſe von M. aus nach London zu wagen, ſchien es ſchon zu ſpät im Jahre. Madame Simonelli zog vor, den Weg durch Deutſch⸗ land und Frankreich bis nach Calais zu nehmen. Sie behielt ihre wohl eingerichtete Reiſekutſche, als Geſell⸗ ſchaft den kleinen Seidenaffen, nächſt Koko das einzige
unverbrannte von ſo vielen Thieren. Pierre begleitete
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