Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Seidenaffen im Schooß. Laura trug eine Chatouille unterm Arm, auf der Achſel ſaß ihr Koko, der wildes Hohngelächter ausſtieß. Beide Frauenzimmer hatten ſich dem Strande genähert, doch hielten ſie ſich fern von einander. Die Mutter ſchaute ſtumm und ernſt hinüber, wo bereits einzelne Gluthſtröme aus dem Dache des nun auch ergriffenen Wohnhauſes brachen. Die Tochter ging wie mit einem Entſchluſſe kämpfend auf und ab.

Pierre und Jean erklärten Anton, daß Nichts mehr zu retten ſei. Wer ſich in den Brand werfen wolle, müſſe mit verbrennen und vorher von den halbgebratenen Beſtien zerriſſen werden. Die Klagetöne der letzteren waren aber ſchon verſtummt. Einige Male nur ſah man, wie im Wirbel der Flamme emporgetrieben, einen bunten Ara oder anderen Vogel hoch oben erſcheinen, um auf der Spitze einer Feuerſäule durch die Gluth verzehrt zu werden. Die herrlichen Geſchöpfe! Sie erinnerten an die Mythe vom Phönix, nur daß ſie leider nicht, wie dieſer, aus der Aſche neu aufleben durften! 5

Wirthsleute, mit Knecht und Magd, hatten ihr bewegliches Eigenthum in's Freie gerettet. Kühe und Schafe waren natürlich verbrannt; von Menſchen Keiner. Sie beſprachen ſich, ſeitab von der auf ihrer Kaſſe thro⸗ nenden Thierführerin, in eine drohende Gruppe vereini⸗ get, berathend, was ſie zur Entſchädigung fordern, oder was ſie mit Gewalt nehmen würden.

Anton wagte nicht, weder an jene Leute, noch an ſeine Damen das Wort zu richten. Einem überwieſenen Verbrecher ähnlich ſtand er. da. Er hielt ſich ſelbſt für