— 252—. Laura von Frühling und grünen Wieſen träumte, der Brand ſich durch die Wagenburg ſelbſt nach der anderen Seite des Hofes gewunden; und das war ihm leicht geworden, weil nicht nur alle Käſige dicht voll Stroh geſtopft, ſondern auch mit dieſem überall umhergeworſen, ſo daß der ganze Erdboden davon bedeckt war.
Mitten in das Grauſen, welches Anton erfüllte, bei den Martern ſo ſchöner Thiere, bei dem Unglück ihres Verluſtes, trat ihm gleich einer Rache⸗Göttin das Bild der Frau vor die Seele, die durch ſeine Schuld ihr Eigenthum, ihr Vermögen einbüßen und vielleicht— während er und die Tochter das Leben gerettet— ver⸗ brennen mußte!? Dieſe gräßliche Befürchtung ſchreckte ihn auf aus dem ſtarren Stumpfſinn, womit er anfäng⸗ lich dem Brande zugeſehen. Er wendete ſich nach Laura um, dieſer zu ſagen, daß er die Mutter aufſuchen wolle .... Laura war verſchwunden. Wie bei energiſchen weiblichen Naturen häufig geſchieht, hatte ſie in drin⸗ gendſter Gefahr ihre beſonnene Faſſung nicht verloren.
Anton umkreiſete den Schauplatz der Verwirrung, ſo ſchnell die bleiſchweren Füße ihn tragen mochten. Er kam vor jener Seite des Wirthshauſes, wo der Eingang zu demſelben nach dem Strande hinlag, mit Freuden an, weil er ſah, daß des armſeligen Gebäudes Vordertheil noch verſchont blieb.
Pierre und Jean hatten die Reiſekutſche ſammt dem darauf befindlichen Gepäck der Damen noch glücklich zu rechter Zeit aus dem Hofraum geriſſen. Auch die Kaſſe war gerettet. Madame Simonelli ſaß auf ihr, den


