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unſer Diener biſt, der reichſte Prinz aus Moskau, ich könnte nie und nimmermehr Deine Gemahlin ſein, denn ich bin verheirathet. Zwar leb' ich getrennt von mei⸗ nem Gatten, der ein perfides Ungeheuer iſt, mit all' ſei⸗ nem Talent; haſſe ihn, bei all' ſeiner Liebenswürdigkeit, wie ich Dich liebe in all' Deiner Dummheit. Aber ich bin katholiſch,— und eine katholiſche Ehe kann nicht gelöſet werden. Merke Dir das, Teufelsbraten von einem Ketzer! Mich verbrennen zu laſſen, weil ich einen zweiten Mann nahm, während der erſte noch am Leben iſt, trag' ich kein Verlangen. Brennt mich doch ſchon heftig genug das Feuer für Dich, das in mir wüthet.— Die Wagen ſind da. Heute zu Nacht, mag es nun gehen, wie es und wo es wolle, müſſen wir uns finden. Sei wach, aufmerkſam, und wenn es Dir möglich iſt:
ſei nicht dumm. Ich will Dich belohnen⸗ Adien!“ Ankon half ihr in die Kutſche. Beleidigtes Ehr⸗
gefühl, gewiſſenhafte Sittſamkeit, Bewußtſein niedriger⸗ unwürdiger Stellung, Groll gegen ſie und ſich ſchwell⸗ ten ihm den Buſen. Doch wie ſie bei'm Einſteigen in den Wagen Gelegenheit ſuchte und fand, ſeine Hand zu ergreifen, ſie zu drücken, an ihr Herz zu preſſen,... da verſanken jene grollenden Gewalten in die Tiefen der See, welche am Pfade wogte, und er vernahm nur noch: „Heute Nacht!— Wir müſſen uns finden!— Ich will Dich belohnen!“


