Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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ländlich⸗kleinen Erfahrungen und Wahrnehmungen auf⸗ gewachſen, noch unbekannt mit Vielem, was in min⸗ der beſchränkten Verhältniſſen kleine Kinder durchſchauen würden; vorzüglich aber, muß ich hinzufügen, in ſeiner unſchuldvollen Verehrung für alle ſchönen Frauen, in ſeinem Köhlerglauben an ſie und ihren reinſten Werth, konnte wohl nicht anders, als ſich den kürzlich geſchilder⸗ ten Vorgängen zufolge für Laura's Bräutigam halten! Für einen verlobten Bräutigam, welchem lediglich der Segen der Kirche noch mangelt, um ein Ehegatte zu ſein. Sie hatte ihm geſagt: Ich liebe Dich, Du mußt mein werden! Was konnte das ſonſt bedeuten, außer: wir wollen uns heirathen? Ihr ferneres Benehmen hatte dieſem Entſchluſſe mehr als zu deutlich entſprochen. Wittwe war ſie auch oder doch von ihrem erſten Gat⸗ ten getrennt, was ebenſo viel heißt. Die bisweilen in ihm aufſteigende Bedenklichkeit, daß ſie ſammt all ihren Reizen, doch vielleicht vier bis fünf Jahre länger auf die⸗ ſer Erde umherwandle, als er, wies er, von ihrer Schön⸗ heit entzündet, entſchieden zurück.

Aber die Mama? Madame Simonelli? In wie weit war ſie unterrichtet von den Gefühlen ihrer Tochter? Aus welchem Geſichtspunkte ſah ſie das Verhältniß mit einem ihrer Diener? Darüber täuſchte er ſich nicht: ſie war nicht mehr ſo freundlich, nicht mehr ſo mütterlich⸗ derb gegen ihn; ihre Artigkeit beſchränkte ſich auf kalte Hinweiſungen für's Geſchäft, ohne eine Sylbe zutrau⸗ lichen Geſchwätzes. Keine Frage, ſie mißbilligte das Verhältniß.

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