das doch vollkommon gleichgültig. Warum fragen Sie danach?“
Weil. ich Dich liebe! Weil Du keine Andere lieben darfſt! Weil Du mein biſt! Mein! Und weil ich Dich dieſen Thieren vorwerfe, wenn Du dies Geſtändniß nicht erwiederſt!
Jetzt war die Reihe zu zittern an ihm.
Wie nach langem, ſchwülem Sommer, wo in trock⸗ ner Gluth Alles verſchmachten wollen, endlich ein gewal⸗ tiges Wetter losbricht und raſet, ſo machte ſich Laura's mühſam zurückgehaltene Leidenſchaft in dieſen wilden Worten Luft, die den, welchem ſie galten, im erſten Augenblicke mehr entſetzten, als beglückten. Die Thiere, wie wenn ſie verſtanden hätten, daß davon die Rede war, ihnen einen blühenden Jüngling zum Zerreißen Preis zu geben, fingen an mächtig zu brüllen. Der Löwe namentlich, der große Verehrung für Madame Amelot und deren Schönheit zur Schau trug, ſich auch gar zu gern von ihr liebkoſen ließ, wurde höchſt aufgeregt, wobei er förmliche Donnertöne ausſtieß.
Laura zerrte den noch ganz verſtörten Anton vor des Brüllenden Käfig, und indem ſie den Geliebten umarmte und feurig küßte, rief ſie durch die eiſernen Stangen hin⸗ ein: Du biſt Zeuge, König der Thiere, daß ich mich ihm gebe! Du magſt mich rächen, wenn er undankbar iſt!
Der Löwe begriff den Sinn dieſer Herausforderung nicht. Sein bei Nacht ſehendes Auge erblickte nur die Umarmung, die ihn noch zorniger machte. Er fing zu raſen an, daß er das Gitter beinahe ſprengte. Bald


