Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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meine Mutter! So lauteten die letzten Worte, die er abgemattet und erſchöpft hervorbringen konnte. Dann ſank er bewußtlos in dumpfen Schlaf, der anfänglich ihm finſtere, blutige Bilder zeigte, ſpäter jedoch ſanftere Träume vor ihm aufſteigen ließ, daß die Fieberqual ent⸗ wich und ein ruhiger, ſtärkender Schlummer über lön ſich ausbreitete..

Stunde für Stunde zog der ſchönſte Sommuriag um den Schläfer hin, der ihn in ſeinem Innern fühlte und durchlebte. Balſamiſche Düfte ſenkten ſich von den hohen Tannen herab, daß er ſie einathme und ſeine von Jam⸗ mergeſchrei wunde Bruſt ausheile. Er wußte, daß er ſchlief. Er empfand, daß der Schlaf ihn ſegnend ab⸗

trennte von den Leiden des Lebens. Deshalb gab er

ſich willig der ſüßen Lockung hin, die ſommerlau auf ihm lag. Und da kam auch die Mutter. Sie neigte das Angeſicht über ihn, aber es glänzte, daß er ihre Züge nicht ſehen konnte, und lispelte ihm wie ſingend in's Ohr: habe Friede, mein Sohn! Es war kein Traum mehr. Zu erwachen wähnte der Aermſte. Ihre langen Locken berührten ſeine Augenlider. Sehnſüchtig ſchlang er die Arme, ſie zu umfangen, doch als er die Augen geöffnet, als er wirklich erwachte, leuchtete ein fremder Feuerblick ihm entgegen, und an ſeiner Seite knie'te ein in ſchlechte Lumpen gehüllter Bettler. Der ſchwarze Wolfgang war es, in der ganzen Gegend allzuſehr bekannt und übel verſchrieen als Taugenichts und Umhertreiber. Was willſt Du von mir? rief Anton dem Wolfgang zu. Was verfolgſt Du mich bis hierher, wo ich Ein⸗