Waſſer; daß ich meinem Gott dankte, wie mich der Tag erweckte. Nun ſprach ich den Morgenſegen, bereitete das Frühſtück, räumte auf und wartete der Dinge, ſo da kom⸗ men ſollten, doch in ſteter Todesangſt. Mein Mann dagegen ſchien voll freudiger Zuverſicht, und als er ſich zu ſeinem Notenpapiere ſetzte, ſagt' er lächelnd: vielleicht hat Er ſie gleich mit ſich genommen, zu ſeinen Eltern?
Aber ihr Kind? rief ich, auf Dich weiſend.
Das macht'ihn ſtumm und nachdenklich. Doch durch dieſe Aeußerung war mir der Brief wiederum in den Sinn gekommen und war mir eingefallen, daß ſie ihn in ihren Schubkaſten gelegt. Ich holte ihn alſogleich her⸗ aus, nahm meine Brille— denn ich brauchte ſchon dazu⸗ mal eine Brille— und las, Anton. Ach, ich weiß ihn auswendig, den gottverfluchten Brief. Er war nicht von ihm, nicht von Deinem jungen Vater; von ſeiner Mutter war er geſchrieben, von der alten Gräftn.**
Wenn das lüderliche Weibsbild, ſchrieb ſie, welches meinen Sohn, da er noch ein unmündiger Knabe ge⸗ weſen, liſtig verführet hat, nicht aufhört, ihn und uns mit ihren frechen Briefen zu beläſtigen, ſo werd ich ſie ſammt ihren ruchloſen Eltern und die ganze ſchlechte Wirthſchaft in N. den Behörden zur ſtrengſten Beſtra⸗ fung anzeigen. Für den Bankert wird kein Heller mehr gezahlt, nachdem das Geſindel meinem Sohne ſchon bedeutende Summen zum Aufbau von Häuſern
abzuſchwindeln gewußt. Dies iſt das letzte Wort in dieſer ſchmutzigen Angelegenheit. So lautete ungefähr der Frau Gräfin liebreiche Zu⸗


