Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Gewiſſen hätte. Sie war halt gar zu ſchön; man konnte ſie nicht ſehen ohne Entzücken.

Dein Großvater ſaß bei ſeiner Notenſchrift. Sie winkte ihm die dicke Schwanenfeder aus der Hand, gleichſam als ob ſie ihm befehlen wollte, zu hören. Und nun begann ſie: Bei dem großen Muſikfeſte hatte ſie den jungen Grafen zum erſten Male geſehen. Unſere Augen, ſo drückte ſie ſich aus, haben ſich begegnet, und unſere Herzen haben ſich gefunden. Dann fuhr ſie fort, zu ſchildern, wie ſein Bild nicht mehr aus ihrem Gedächtniß wich. Später zogen die Truppen hier ein. Guido fand Gelegenheit, ſie anzureden. Bei Bildhauers trafen ſie ſich. Nachdem ich jene unſelige Entdeckung gemacht, daß der junge Mann dort verkehrte, wurden ſie vorſichtiger. Sie mieden ſich bei Tageslicht. Aber ach, die Nächte brachte ſie jenſeits der Brücke zu. Wenn der Vater und ich im tiefen Schlummer lagen, ſchlich die Verführte in's Haus der Kupplerfamilie. 3

Ich vermag Dir nicht zu wiederholen, Anton, wie ſie das Alles vorbrachte. War es doch nicht anders, wie wenn ſie in ihrem vollen Rechte wäre und wir hatten das Zuhören. Endlich zog ſie einen Brief hervor, den ihr Graf zum Abſchied an ſie geſchrieben. Da ſtand es mit deutlichen Worten, daß er ſie verehre, daß er ſie lieben werde ſein Lebelang, daß er ſie als Braut betrachte, und daß er nur der Eltern Einwilligung abſchmeicheln wolle, um die Schönſte heimzuführen auf ſeine Herrſchaft und ſie glücklich zu machen.

Wir hörten, wir laſen, wir ſtanden da verdutzt und