Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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den Huſaren, und ob unſere Nettel ſich denn getröſtet

habe über den Ausmarſch der Escadron? Der Himmel gab mir Kraft, dem häßlichen Weibe nicht zu zeigen, wie ſcharf ihrer Zunge Stachel in mein wundes Herze drang. Ich hielt mich aufrecht und lachte ihr in die Naſe, daß es faſt luſtig klang. Dann ging ich meiner Wege. Wie ich aber in unſer Haus, wie ich in Deiner Mutter Kam⸗ mer gerathen bin, das kann ich Dir nicht beſchreiben, Anton, denn ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß ſie auf ihrem Bette ſaß und den Kopf hängen ließ. Antonie, ſchrie ich ſie an, ſo laut als der Krampf, der mir die Kehle zuſchnürte, mich ſchreien ließ, was ſoll das heißen, daß fremde Weiber mich befragen nach Deinem Schmerz über den Ausmarſch der Huſaren? Und daß Du ſeit acht Tagen vergehſt und verkommſt, wie eine Blume ohne Regen? Und daß die vermaledeiten Bildhauer⸗Leute ein neues ſtolzes Haus auferbauen? Antonie, haſt Du

das Sündengeld gezahlt? Ich frage Dich, ich, Deine

Mutter.

Da hätteſt Du ſie ſehen müſſen, Anton, wie ſie ſich emporrichfete und vor mir ſtand, um eine Hand höher wie gewöhniglich. Schreie nicht, Mutter, Du thuſt mir wehe, ſprach ſie. Du ſollſt die Wahrheit vernehmen, auch ohne daß Du mir drohſt. Länger hätte ich ohnedies nicht geſchwiegen. Geh'n wir hinab zum Vater; auch er muß wiſſen, wie es mit ſeinem einzigen Kinde ſteht.

So ſchritt ſte mir voran, ungebeugt und mächtig, das ſechzehnjährige Mädchen, als ob ſie die Anklägerin wäre, und ich folgte ihr bebend, wie wenn ich ein ſchlechtes