Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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niedergeſchlagen, dann wieder auf einmal übermüthig, wild, luſtig. Der Alte gab Nichts auf meine Mahnun⸗ gen. So ſind halt die Künſtlernaturen, ſprach er. Sie iſt eine echte Künſtlernatur! Was er damit ſagen wollte, hab' ich nicht entdecken können. Mir war's zu hoch. Da hatte denn Deine Mutter Freundſchaft geſchloſſen mit einem Mädel ihres Alters, der Tochter eines Stein⸗ metzgers oder Bildhauers, wie er ſich nannte, der unten am Fuße der hohen, ſteinernen Brücke ein Häuschen be⸗ wohnte; ein dürftig⸗hölzernes Ding von Gebäude. Ging unſer Bergflüßchen nur ein Biſſel voll, ſo leckten die Wel⸗ len an des Mannes Beſitzthum, und wär' es nicht von Steinen, Grabkreuzen und plumpen Heiligen beſchwert worden, mir ſcheint, das Gewäſſer hätt' es längſt fortge⸗ ſchwemmt. Mit der beſagten Bildhauers Chriſtel hatte unſere Antoinette Freundſchaft geſchloſſen, und ſie beſuch⸗ ten ſich. Mir gefiel der Umgangenicht.(Erſtens wollte ſich's doch nicht recht ſchicken, daß des Luther'ſchen Can⸗ tors Kind Tag⸗aus Tag⸗ein bei den kathol'ſchen Leuten ſteckte, die da lauter ſteinerne Götzenbilder um ſich hatten. Und dann überhaupt war mir ſo weh', wie wenn mir

Unheil ſchwante. Wie geſagt, ſo geſcheh'n. Eines Abends

komm ich über die Brücke, von Neudorf herein, wo ich eine meinige Muhme beſucht hatte, und mitten auf der Brücke, da ſie ſich am höchſten wölbt, und ich vom Stei⸗ gen müde bin, raſt' ich einen Augenblick aus, ſchau' mich um nach den grünen Bergen im Abendroth, fällt mein Blick hinab auf Bildhauers Häuschen, und ſiehſt Du, Anton, Du magſt mir's nun glauben oder nicht, jetzt

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