nach. Eh' ſie ihre Körbe zum alten Korbmacher tragen, der gewiß ein gutes Stück Arbeit macht und raſch, bringen ſie lieber ihren Kram hier an's Ende des Dorfes b zu meinem Jungen und warten wochenlang geduldig, bis es ihm gefällig iſt, daran zu gehen. Nu freilich, 4 wohlerzogener iſt er, als die dummen Dorflümmel. Seine Sprache ſchon iſt nicht ſo rauh und grob, weil er von Kindheit auf mich reden hörte, und mir klebt immer noch mein Stadtleben an; das kann mir Niemand abſtreiten. War ich doch auch einmal jung; jung— und ſchön, wie meine unglückliche Tochter! Bei dieſen Worten füllten ſich die Augen der Mutter Gokſch mit Thränen, und ein leiſes Schluchzen erſtickte den Lauf ihres Selbſtgeſpräches. Beide Hände drückte ſie feſt vor ihr welkes Angeſicht, um ſich recht ungeſtrt dem Grame hinzugeben. Doch nicht lange blieb ſie ihm überlaſſen. Anton, der leiſe zu ihr hingeſchlichen war, zog ihr die Hände vom Haupte und fragte freundlich: Großmutterle, warum flennſt Du? Da umſchlang die gute Frau den ſchönen Jungen mit beiden Armen, und aus den Zähren einſamen Schmerzes wurden Thränen des liebevollſten Mitgefühls. Zärtlich ſchmeichelnd ſtrich Anton mit ſeinen dünnen Fingern über Stirn und Wangen der Mutter Gokſch. Gewiß, ſprach er, Du biſt noch immer eine hübſche Frau, Großmama, wenn man Dir nur die Runzeln wegſtreichelt und Dein Geſicht ein wenig glatt macht. Auf den Sonntag werde ich Dich mit Johanniswaſſer einſprengen, und hernach werde ich das kleine Plätteiſen nehmen und Dich gehörig aus⸗
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