Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Herzen, was groß, heilig an ihr geweſen. Schone ich will nicht ſagen: ſchone mich und meine Ehre! ſchone die ihrige! Bewahre das Geheimniß! Halt' es verborgen in tiefſter Bruſt, gleich dem koſtbarſten Juwel, deſſen Glanz durch einen einzigen höhniſchen Blick ſchon getrübt, deſſen Werth durch eine einzige hämiſche Bemerkung ſchon verringert werden müßte. Unter dieſer Bedingung nur empfängſt Du dieß Portefeuille, trittſt Du die Erbſchaft an, daß Du mir mit feierlichſtem Eidſchwur gelobſt zu ſchweigen! Zu ſchweigen, wie das Grab, in welchem ſie modert.

Guſtav ſenkte den Kopf. Emil's Großmuth machte ihn ſprachlos; deſſen Ehrfurcht für die Ver⸗ ſtorbene flößte ihm Ehrfurcht ein. Gleichwohl rollten ſchon in dieſer ernſten Stunde warme Tropfen prik⸗ kelnd durch des jungen Mannes Adern, die verführe⸗ riſch auf neuen Lebensgenuß hinwieſen, da er vom Gelde vernahm. Er ſtand bereit, jeden Schwur ab⸗ zulegen, den man von ihm begehren könnte, und Emil deutete ſein ſtummes Harren für Einwilligung.

Da brachte er denn abermals den bekannten Dolch zum Vorſchein. Auf dieſen mußte Guſtav, in knieender Stellung, zwei Finger der rechten Hand le⸗ gen und die Eidesformel nachſprechen, die dahin lau⸗ tete, daß dieſer Dolch ihm in ſein Herz gebohrt werden