Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Geſinnung aufnehmt? Weil unſere gnädige Frau

nicht ſo derb und zutraulich mit euch zu plaudern ver⸗ mag, wie es der Herr leicht kann, ſcheltet ihr ſie ſtolz und gemüthlos. Das iſt ungerecht. Sie meint es gut mit allen Menſchen, iſt die Sanftmuth ſelbſt, und keinen Bittenden wird ſie von ſich weiſen, er ſoll nur das Vertrauen finden, ſich an ſie zu wenden. Sie kann euch doch nicht entgegenkommen? Ohnedieß iſt ſie mehr ſchüchtern, als vorlaut, und das iſt bei ihrer Einſamkeit ſehr natürlich. Was führt ſie für ein ſtilles Leben, ohne Zerſtreuung, ohne Umgang, ohne Abwech⸗ ſelung! Er ſteckt den ganzen Tag über in der Wirth⸗ ſchaft, oder im Walde; wenn er des Abends heim⸗ kommt, wirft er ſich in den Lehnſeſſel und lieſet. Wo ſoll ſie Heiterkeit hernehmen? Wo ſoll ſie frohen Sinn finden? Sie muß trübſelige Mienen zeigen und die legt ihr der armen Dame für Stolz aus. Ich ſage, das iſt ungerecht!

Deer Verwalter ſah den Revierjäger befremdet an und dieſer wieder den Schulmeiſter, welcher zu⸗ letzt dem Erſtaunen der Uebrigen Worte lieh, indem er äußerte:Sehr ſchön weiß ſich der Herr Leibjäger auszudrücken, das muß man ihm laſſen! Und der Mühlbauer ſetzte hinzu:Auch mag er ſchier die Wahr⸗ heit reden; denn weil er doch des Herrn ſein Liebling